CX / Jetzt anmelden: Theorieseminar mit Workshop im SoSe 2019

Dekoloniales Design: Was ist das? Wie geht das? Was hat das mit mir zu tun?

Menschsein anders gestalten / Gebrauchsanweisung für eine dekoloniale Designpraxis
Theorieseminar mit Workshop (auch Modul B.06.09 und FK-T2) Karianne Fogelberg, M.A.

 

Raum E.ZG.04, Akademiestraße 4
Zeit Dienstag 10.30–12.30 Uhr
Beginn: 30.04.2019 (Einführung, verbindliche Anmeldung)
weitere Termine (wöchentlich) 07.05., 14.05., 21.05., 28.05., 04.06. (Theorie), 11.06. (Workshop-Auftakt 10.30–16.30 Uhr), 25.06., 02.07., (Zwischenbesprechungen), 09.07. (Endpräsentation)
Kontakt und Voranmeldung fogelberg@adbk.mhn.de

KF_DekolonialesDesign_WBYA_CriticalFieldGuide_p40-41 (1)

Quelle: Who Builds Your Architecture. A Critical Field Guide, S. 40–41, http://whobuilds.org/

Die derzeitige Neubestimmung des Menschlichen muss sich auch in den gestaltenden Disziplinen vollziehen. Wie kann eine Art Gebrauchsanweisung für eine dekoloniale Designpraxis aussehen? Wir beginnen das Seminar mit einer Bestandsaufnahme und untersuchen am Beispiel von „kolonialen Hotspots“ der gestalterischen Praxis, wie Design und Architektur stets auch Menschen hierarchisiert und marginalisiert haben (mit Texten von u.a. Jos Boys, Elizabeth Dori Tunstall, Paul B. Preciado, Mahmoud Kesvaharz). Selbst Ansätze wie die humanitäre Architektur oder universelles Design, die sich gegen diesen Missstand wenden, beruhen oft unhinterfragt auf dem vorherrschenden Menschenbild, das den westlichen weißen Mann als Idealstandard vorgibt, und setzen ausgrenzende Praktiken so ungewollt fort.

Im zweiten Teil des Seminars wollen wir eigene Texte generieren, mit dem Ziel, ein Kompendium für eine dekoloniale Designpraxis zu schaffen, das für den Versuch einer Neubestimmung des Menschlichen mit und durch Gestaltung richtungsweisend sein könnte. Wir beginnen mit einem ¾-tägigen Workshop, in dem wir zunächst eine aktuelle Auswahl alternativer Handlungsansätze untersuchen, die Designer/innen und Architekt/innen in Form von Handbüchern veröffentlicht haben, um ihrer jeweiligen Disziplin die dringend benötigten Werkzeuge und Strategien an die Hand zu geben (z.B. „Who Builds Your Architecture. A Critical Field Guide“; „An Age-friendly Handbook for the Urban Practitioner“): Welche alternativen Formen des Menschseins liegen ihnen zu Grunde, und mit welchen formalen und inhaltlichen Mitteln arbeiten sie? Auf diese Analyse folgend erarbeiten und konzipieren wir, gemeinsam oder in Gruppen, eigene Texte, deren Ausführung (Spickzettel, Wegweiser, Manifest…) und Medium (Print, Web, Wiki…) in den darauffolgenden wöchentlichen Zwischenbesprechungen im Hinblick auf Zielsetzung und Reichweite diskutiert werden. Das Seminar schließt mit einer Endpräsentation der erarbeiteten Formate und einem Ausblick.

Wichtig: Die Teilnahme am Workshop setzt die regelmäßige Mitarbeit am theoretischen Teil voraus und umgekehrt.